Fachlich geprüft am 14.10.2026 · Redaktion Steuer-Vorauszahlung.de · Werte gegen Gesetzestext und amtliche Statistik abgeglichen
Warum Selbstständige zurücklegen müssen
Auf Gewinne wird keine Lohnsteuer einbehalten. Die Steuer kommt zeitversetzt: als Vorauszahlung vier Mal im Jahr und als Nachzahlung mit dem Bescheid. Wer das Geld bis dahin ausgegeben hat, muss Raten beantragen oder einen Kredit aufnehmen. Eine feste monatliche Rücklage auf einem eigenen Konto verhindert das.
Die Falle im zweiten Jahr
Im Gründungsjahr setzt das Finanzamt die Vorauszahlungen anhand deiner Schätzung im Fragebogen fest, oft niedrig oder gar nicht. Mit dem ersten Bescheid passiert dann dreierlei auf einmal: Die Steuer für Jahr 1 wird nachgefordert, die Vorauszahlungen für das laufende Jahr werden nachträglich festgesetzt, und die künftigen Raten steigen. Innerhalb weniger Monate können so fast zwei Jahressteuern fällig werden. Der Rechner zeigt diesen Betrag als Spitze im zweiten Jahr.
Wie viel Prozent zurücklegen?
Die Quote hängt vom Gewinn ab, weil der Tarif progressiv ist. Bei kleinen Gewinnen reichen 10 bis 15 %, bei sechsstelligen Gewinnen sind 30 % und mehr nötig. Gewerbetreibende mit hohem Hebesatz legen etwas mehr zurück, weil die Gewerbesteuer über 400 % nicht vollständig angerechnet wird. Sozialversicherung, Krankenversicherung und Altersvorsorge kommen zusätzlich dazu und sind hier nicht eingerechnet.
Die Umsatzsteuer gehört nicht dazu
Umsatzsteuer nimmst du nur treuhänderisch ein. Sie gehört auf das Steuerkonto, sobald die Kundenzahlung eingeht, und wird mit der Voranmeldung abgeführt, siehe Umsatzsteuer-Vorauszahlung. Wer Umsatz- und Ertragsteuer auf getrennten Unterkonten parkt, behält am leichtesten den Überblick.
Häufige Fragen
Wie viel Prozent sollten Selbstständige für Steuern zurücklegen?
Je nach Gewinn etwa 10 bis 35 %. Der Rechner berechnet die genaue Quote aus dem Tarif nach § 32a EStG, Soli, Kirchensteuer und Gewerbesteuer.
Muss ich im ersten Jahr Vorauszahlungen leisten?
Nur wenn das Finanzamt sie anhand des Fragebogens zur steuerlichen Erfassung festsetzt. Oft passiert das erst mit dem ersten Bescheid, dann aber rückwirkend.
Gehört die Umsatzsteuer in die Rücklage?
Sie gehört auf ein separates Konto, aber nicht in die Rücklage für Ertragsteuern, weil sie monatlich oder vierteljährlich abgeführt wird.
Welches Konto eignet sich für die Steuerrücklage?
Ein separates Tagesgeld- oder Unterkonto, auf das du jeden Monat automatisch überweist. So steht das Geld bereit und wird nicht versehentlich ausgegeben.
Hinweis: Diese Seite erklärt die gesetzliche Lage und rechnet nach den Formeln des Gesetzes. Sie ersetzt keine Steuerberatung im Einzelfall. Verbindlich ist allein der Bescheid deines Finanzamts oder deiner Gemeinde.
Quellen und Stand
Rechtsstand und Daten abgeglichen am 14.10.2026. Für 2024 und 2025 gelten die jeweils damals gültigen Gesetzesfassungen.
- § 32a EStG Einkommensteuertarif abgerufen 14.10.2026
- § 37 EStG Einkommensteuer-Vorauszahlung abgerufen 14.10.2026
- § 35 EStG Steuerermäßigung bei gewerblichen Einkünften abgerufen 14.10.2026
- § 11 GewStG Steuermesszahl abgerufen 14.10.2026
- § 4 SolZG Zuschlagsatz abgerufen 14.10.2026
Recherche, Rechenkern und Pflege: Redaktion Steuer-Vorauszahlung.de. Jede Zahl prüfen wir vor Veröffentlichung von Hand gegen Gesetzestext oder Statistik. Fehler gefunden? Schreib uns, wir korrigieren sichtbar.
